Was muss ich für den Start meines Etsy-Shops beachten?

Du suchst nach einer Möglichkeit, deine Produkte online zu verkaufen? Vielleicht hast du bisher nur ein Ladengeschäft oder verkaufst auf Märkten. Oder du hast gerade erst die Entscheidung getroffen, deine selbstgemachten Produkte auch verkaufen zu wollen. Ein eigener Etsy-Shop ist dafür eine gute Möglichkeit. Du brauchst nämlich nicht selbst programmieren und kannst (fast) direkt loslegen.

Bevor du mit deinem Etsy-Shop so richtig durchstarten kannst, musst du allerdings ein paar Dinge beachten. Da das leider nicht so wenig ist und manche Punkte auch nicht sofort ins Auge springen, habe ich sie hier einmal für dich aufgelistet.  

In Deutschland sind viele Dinge per Gesetz geregelt und du solltest sie auch unbedingt einhalten, da sonst Abmahnverfahren oder Strafzahlungen auf dich zukommen können. 

Bitte beachte, dass dieser Beitrag keine Rechtsberatung darstellt. Bei detaillierten Fragen solltest du einen spezialisierten Anwalt fragen. 

Was du beachten musst, um bei Etsy zu verkaufen.
Ein Bild zum pinnen für dich

Brauche ich eine Gewerbeanmeldung für meinen Etsy-Shop?

Die Frage an diesem Punkt ist eigentlich nicht, ob du speziell für deinen Etsy-Shop eine Gewerbeanmeldung brauchst. Immer dann, wenn du etwas dafür herstellst oder einkaufst, um es dann wieder zu verkaufen, handelst du gewerblich. Und dann brauchst du auch eine Gewerbeanmeldung. Dabei ist es völlig egal, ob du damit auch Gewinn machen willst. 

Für die Gewerbeanmeldung gehst du zu deinem zuständigen Gewerbeamt und füllst du ein Formular aus. Die Anmeldung kostet eine kleine Gebühr. Diese ist allerdings unterschiedlich, daher kann ich dir hier keine feste Zahl nennen. 

Es gibt keine Untergrenzen, bis zu denen du ohne Gewerbeschein verkaufen kannst. Und es gibt auch keine Ausnahme, wenn du einfach nur deine Bastelsachen verkaufen willst und froh bist, deine Materialkosten heraus zu bekommen. Nebenbei: für letzteres ist Etsy auch wirklich nicht die richtige Plattform.

Mehr zur Frage, ob du ein Gewerbe anmelden musst, findest du auch hier: Muss ich ein Gewerbe anmelden?

Handwerkskammer oder Industrie- und Handelskammer

Nach deiner Anmeldung beim Gewerbeamt wird sich entweder die Handwerkskammer oder die Industrie- und Handelskammer bei dir melden. Nur wenn du freiberuflich tätig bist, kommst du um die Mitgliedschaft herum. 

Einen ausführlichen Leitfaden mit einer langen Liste von Gewerben samt Zuordnung findest du hier

Die Handwerkskammer

Wenn du eine handwerkliche Tätigkeit als deinen Fokus angegeben hast (z.B. Schneider), dann wird sich die Handwerkskammer bei dir melden. Dort musst du in Zukunft auch Beiträge zahlen. Ob du dich eventuell befreien lassen kannst oder du nur einen reduzierten Satz zahlen musst, hängt von deiner zuständigen Handwerkskammer ab. Informationen dazu findest du auf der jeweiligen Website oder du lässt dich vor Ort informieren. 

Alle Berufe, für die die Handwerkskammer zuständig ist, findest du in der Handwerksrolle. Aber Achtung, für manche Berufe musst du einen Meistertitel vorweisen, damit du diese selbständig ausüben darfst. Das sind allerdings nicht die klassischen Berufe, die Selbständige im Handmade-Bereich haben. Hier kannst du in der Handwerksrolle nachschauen:

Die Industrie- und Handelskammer

Wenn deine Tätigkeit eher den Fokus auf den Verkauf legt, wird sich vermutlich die Industrie- und Handelskammer bei dir melden. Alle Tätigkeiten, die nicht freiberuflich oder künstlerisch sind oder ein Handwerk fallen in den Bereich der IHK.

Bei der IHK kann man sich von Beiträgen befreien lassen. Dazu kann dir aber deine zuständige IHK am besten helfen. 

Impressum, AGB, Widerrufsbelehrung und Datenschutz für Etsy

Bestimmte Angaben und Texte brauchst du auf jeden Fall. Das ist unabhängig davon, ob du bei Etsy verkaufen willst, einer anderen Plattform oder deinem eigenen Webshop. 

Zwingend vorgeschrieben sind ein Impressum, eine Widerrufsbelehnung und eine Erklärung zum Datenschutz sowie ein Link zur EU-Plattform der Online-Streitschlichtung. AGB sind dagegen nicht zwingend vorgeschrieben, sie sind aber der perfekte, zahlreiche andere gesetzlich vorgeschriebene Angaben übersichtlich (naja, mehr oder minder) unterzubringen. 
AGB und Widerrufsbelehrung- und Formular müssen im Etsy-Shop übrigens in das gleiche Feld eingetragen werden. Für Impressum und Datenschutzerklärung gibt es ein eigenes Feld.

Gerade für diesen Bereich solltest du dir Unterstützung bei einem spezialisierten Anbieter suchen. Entsprechende Anbieter sind z.B. IT Recht-Kanzlei, Händlerbund oder erecht24.

Impressum

In dein Impressum gehören dein Name, eine postalische Adresse und mindestens zwei Möglichkeiten, dich zu erreichen. Außerdem gehört dort die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer hinein, solltest du eine haben. Je nachdem, welche Rechtsform dein Unternehmen hat, was du genau verkaufst usw. können noch weitere Angaben dazu kommen. 

AGB

Du bist gesetzlich nicht verpflichtet, AGB zu haben. Es gibt aber viele Informationspflichten, die sich einfach am besten in AGB darstellen lassen. Die vorgegebenen Mini-AGB von Etsy reichen auf gar keinen Fall!

Da AGB und rechtliche Vorgaben inzwischen ein riesiger Dschungel sind, solltest du das auf gar keinen Fall alleine machen. Du bettelst dann geradezu um eine Abmahnung. 

Widerrufsbelehrung und Widerrufsformular

Dieser Part ist gesetzlich vorgeschrieben und du hast in der Formulierung auch nicht wirklich Spielraum. Auch hier ist es am besten, wenn du dir die richtigen Texte von einem spezialisierten Anbieter holst. 

Datenschutzbelehrung

Auch die Datenschutzerklärung ist vorgeschrieben. Für Etsy müssen spezielle Dinge beachtet werden. Im wesentlichen musst du deine Kunden informieren, was mit ihren Daten geschieht und welche Rechte sie dir gegenüber haben. 

ODR-Link

Denke unbedingt auch daran, den Haken zu setzen bei der Frage, ob der Link zur EU-Plattform zur Online-Streitschlichtung angezeigt werden soll. 

Registrierung Lucid und Beteiligung am Dualen System

Wenn du in einem Etsy-Shop verkaufst, wirst du deine Waren garantiert versenden und damit verpacken. Damit brauchst du eine Registrierung beim Verpackungsregister LUCID. Bei LUCID musst du nachweisen, dass du deine Verpackungen bei einem Entsorger im dualen System angemeldet hast. Meine Empfehlung hier ist activate by reclay. Reclay ist günstig, übersichtlich gehalten und du kannst auch sehr kleine Mengen lizensieren. 

Achtung, zu Verpackung gehört auch Polstermaterial, Klebeband und alles andere, was du um deine Ware herum packst, um sie sicher verschicken zu können. Und natürlich auch alle Deko, wenn du das hübsch gestalten willst. 

LUCID ist öffentlich einsehbar. Wenn du dich nicht registrierst, ist das also sehr leicht nachprüfbar. 

Bescheinung nach §22f UStG

Für den Verkauf über eine Plattform wie z.B. Etsy brauchst du eine Bescheinigung nach §22f Umsatzsteuergesetz. Diese besagt, dass du steuerlich registriert bist. 

Um genau zu sein benötigst du eine „Bescheinigung über die Erfassung als Steuerpflichtiger (Unternehmer) im Sinne von § 22f Abs. 1 Satz 2 UStG“.

Diese Bescheinigung bekommst du auf Antrag bei deinem zuständigen Finanzamt. Den Antrag kannst du formlos stellen. 

Mehrwertsteuer oder Kleinunternehmer

Wenn du Kleinunternehmer bist, also keine Mehrwertsteuer ausweisen darfst, musst du darauf in deinem Etsy-Shop hinweisen. Und zwar in jedem Artikel möglichst weit oben. Außerdem kannst du das noch einmal in die Ankündigung setzen. Und auch die FAQ bieten sich an, um das wirklich noch einmal klar zu machen.

Auf die Rechnung gehört die Angabe übrigens auch. 

Angabe zu Lieferzeiten

In Deutschland bist du auch verpflichtet, deinem Kunden möglichst genau zu sagen, wann er sein Produkt erhalten wird. 

Bei Etsy hast du die Möglichkeit, dazu in den Versandprofilen Angaben zu machen. Teil 1 ist dabei die Zeit für die Anfertigung. Teil 2 ist dann nochmal die Angabe, wie lange der Postversand dauern wird. In deinem Etsy-Shop wird das dann für den Kunden zusammen als Lieferzeit angezeigt. 

Mein Tip: gibt lieber einen Tag mehr an. Das erspart dir viele Kopfschmerzen und Kunden freuen sich, wenn es doch eher da ist als erwartet. 

Du kannst auch Upgrades wie Express-Versand anbieten. 

Weitere Vorschriften

Ja nachdem, was du verkaufen willst, kann es weitere Vorschriften geben. Dazu gehören:

  • Textilkennzeichnungsverordnung
  • CE-Kennzeichen für Spielzeug
  • Kennzeichnung von Lebensmitteln
  • Grundpreise angeben (trifft vor allem Materialverkäufer)
  • Vorgaben beim Verkauf von Batterien (gilt auch, wenn die Batterie eingebaut ist oder anderweitig mitgeliefert)
  • Inhaltsstoffe von Kosmetika
  • Richtige Angaben bei Schmuck
  • Vorgaben bei Kinderkleidung (Bandlängen, Kordeln etc.)
  • Angaben zu medizinischem CE
Diese Liste ist nur ein Anhaltspunkt und auf keinen Fall abschließend! 

Urheberrecht und Copyright

Wenn du Dinge verkaufen willst, solltest du dir auf jeden Fall auch über die Punkte Urheberrecht und Copyright Gedanken machen. Auch wenn es sich gut verkauft und so viele andere das ja auch machen, lass es bitte. Abmahnkosten wegen Verstößen gegen das Urheberrecht können sehr hoch sein. Und Etsy sperrt deinen Shop bei wiederholten Verstößen. 

Vor allem Disney ist da sehr gründlich und mahnt auch schnell ab. Dazu gehört Werbung mit den Namen von Disney-Prinzessinnen. Oder auch, wenn du z.B. ein Schneewittchen-Thema mit den Farben gelb, rot und blau machst. Das ist einfach zu deutlich zuordbar. 

Zu Disney gehören übrigens erschreckend viele Firmen im Filmbereich. Auch Marvel und Star Wars fallen z.B. darunter. 

Schwierig sind auch z.B. Fußballclubs. 

Auch einige Stoffhersteller oder ein großer Hersteller von Strass-Steinen sind sehr eingeschränkt bei dem, was du mit diesem Material als Verkäufer tun kannst. Informiere dich da am besten, bevor du viel Material kaufst, das du dann nicht verarbeiten kannst. 

Was du nicht schreiben solltest

Das hier betrifft nicht so sehr den Start deines Etsy-Shops an sich sondern deine ersten Produktbeschreibungen. Hier lauern nämlich ein paar Fehler, die du einfach vermeiden kannst. 

Das Stichwort ist Werbung mit Selbstverständlichkeiten. Dazu gehört z.B. der Hinweis, dass dein Spielzeug CE-geprüft ist. Auch die Aussage, dass der Versand bei dir versichert erfolgt, solltest du weglassen. 

Verkauf ins Ausland

Etsy macht es dir sehr einfach, auch ins Ausland zu verkaufen. Allerdings gibt es auch hier wieder ein paar Fallstricke. 

Innerhalb der EU ist einer der Fallstricke die Verpackungsverordnung. Unterschiedliche Länder der EU haben unterschiedliche Ansprüche an die Registrierung. Leider ist das sehr unübersichtlich gehalten. Österreich kannst du aber ganz einfach auch über reclay abdecken. 

Außerdem solltest du dich informieren, ob du deine Waren überhaupt überall anbieten darfst. Australien hat z.B. zum Schutz der heimischen Flora und Fauna viele Einschränkungen. 

40 Artikel kostenfrei einstellen

Wenn du dich bisher bei Etsy noch nicht angemeldet hast, habe ich noch etwas für dich:

Über meinen Link bekommst du als Starthilfe 40 Artikel kostenlos. 

(und ich bekomme als Danke fürs werben ebenfalls 40 Artikel.)

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Du hast deinen Etsy-Shop eingerichtet. Deine wunderbaren Produkte warten auf Kunden und…. nichts. Vielleicht 1-2 Verkäufe. Vermutlich von Personen, die du selbst auf Etsy geleitet hast. Irgendwie hast du dir…

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